Wohnheim Heckenweg, Husum

Besonderheiten

Die Wohn- und Betreuungseinrichtung für 12 Menschen mit Behinderungen entstand auf auf einem äußerst schmalen, kleinen Grundstück in einer städtebaulich beengten Situation. Der Bau grenzt unmittelbar an den Schulhof einer Schule, auf der anderen Seite an einen Parkplatz. Um Distanz und Sichtschutz zu diesen Nachbarn zu gewinnen, wurde das Gebäudeniveau um einen halben Meter angehoben. Wegen der begrenzten Gartenfläche wurde eine Dachterrasse realisiert.

Damit eine große Linde auf dem benachbarten Schulgrundstück erhalten werden konnte, wurde das Obergeschoss im Bereich der Krone zurückgesetzt und als Austritt gestaltet. Auf der gegenübergesetzten Seite wurde im Erdgeschoss ein weiterer Einschnitt geplant, der die Ausbildung einer Terrasse ermöglichte, da hier aus Platzmangel nur der Grenzabstand von 3 Meter eingehalten wurde. Ausgehend von diesem Ansatz wurde der weitere Grundriss entwickelt. Im mittleren Gebäudebereich befindet sich auf beiden Geschossen der Gemeinschaftsbereich, der durch eine Galerie die wichtigsten Räume des gemeinschaftlichen Lebens verbindet. Gleichzeitig zoniert dieser Bereich den Grundriss beider Geschosse in halböffentliche und private Bereiche.

Das Wohnheim greift die Materialien und farblichen Akzente der direkten Nachbarschaft auf. Der gelbe Ziegel ist in der Region typisch, da der dafür benötigte Ton in der Eiderregion jahrhundertelang abgebaut wurde.

Der Bauherr hat uns schon beim ersten Vorentwurf mit einem Augenzwinkern zurückgemeldet, dass das Haus "viel zu schön" für einen Zweckbau wie ein Behindertenwohnheim sei. Wir haben mit einfachen Mitteln und unter großem Kostendruck ein Bauwerk erschaffen, das aus unserer Sicht die benachteiligten Bewohner als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft feiert, indem für sie ein technisch und gestalterisch anspruchsvolles Zuhause geschaffen wurde. Gegliedert wird die Fassade in zwei horizontale Bänder. Der Zwischenbereich der Bänder ist durch offene und massive Bereiche gefüllt. Diese Bänder werden durch geschosshohe Einschnitte und Fenster gegliedert und lassen von außen die innere Organisation erkennen.

Um als Dachrandabschluss einen Betonstreifen in Stärke des mittleren Fassadenstreifens zu erreichen, wurde anstatt einer klassichen Flachdachattika eine Rinne in dem Betonfertigteil konstruiert. Die Kunststoffabdichtungsbahn des Daches wurde in dieser Rinne fortgeführt. Die Entwässerung erfolgt über Fallrohre, die in der Luftschicht des zweischaligen Mauerwerks verlaufen.

Es handelt sich um ein KfW 55-Haus mit reiner Wärmepunmpentechnik. Die Technik wurde auf dem Dach positioniert, da das Grundstück keine Flächen vorhält, die die Außengeräte in ausreichendem Abstand zu den Nachbarn erlaubte. Um die stark versiegelte Umgebung etwas entgegenzusetzen, wurde ein Gründach gebaut und die drei Parkplätze mit Rasengittersteinen versehen.

Das Projekt wurde durch mehrere Instanzen auf die Wirtschaftlichkeit geprüft. Das Gebäude entspricht wirtschaftlich Sozialbaustandards.

Keyfacts

Architektur-Büro
Jebens Schoof Architekten BDA
Teilnehmer
Christoph Schulze-Kölln
Art des Objekts
Behindertenwohnheim
Fläche des Objekts
710 m2
Baujahr
2021
Flachdach-Eigenschaften
Gründach, Aufstellfläche für Technik, Dachterrasse
Dachabdichtung
Kunststoffbahnabdichtung

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