Bahnhofsareal in Korntal-Münchingen

Besonderheiten

In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof der schwäbischen Kleinstadt Korntal ist ein multifunktionaler Komplex entstanden, der Wohnen, Einzelhandel und Gewerbe an einem Ort vereint. Ein Blickfang ist die 1.850 Quadratmeter große Flachdachfläche des Neubaus, die als gemeinschaftlicher Garten und als Retentionsfläche gestaltet ist.

Die Flachdachfläche des Bahnhofsareals in Korntal vereint Gründach, Dachterrasse und Retention, um sowohl ökologische als auch funktionale Vorteile zu bieten.

Die Retentionsfläche dient dazu, Regenwasser zurückzuhalten oder zu speichern, anstatt es direkt in das Abwassersystem abfließen zu lassen. Dadurch kann Regenwasser langsam in den Boden einsickern und so zur Grundwasserneubildung beitragen.

Die 20.000 Einwohner zählende Kleinstadt Korntal-Münchingen punktet vor allem durch ihre Nähe zur lediglich 20 Kilometer entfernten Landeshauptstadt Stuttgart. Direkt angrenzend an den Bahnhof des Ortes ist zuletzt ein multifunktionaler Komplex entstanden.

Neben einem Supermarkt sind auch 33 hochwertige Apartments in diesem Gebäudekomplex integriert.

Mit der Planung des ungewöhnlichen Neubaus war 2016 die ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart GbR beauftragt worden. Das Projekt umfasst einen großflächigen, in dunkler Klinkerbauweise errichteten Supermarkt im Erdgeschoss, über dem in Richtung Norden drei hell verputze Quader als eigenständige Baukörper aufsteigen. Auf jeweils drei Ebenen stehen hier insgesamt 33 Apartments in unterschiedlichen Größen zur Verfügung. Komplettiert wird der Neubau durch eine rückseitig in Richtung Südwesten aufgesetzte Gewerbeeinheit sowie durch eine gemeinsame Tiefgarage.

Ein besonderes Element der Planung ist die 1.850 Quadratmeter große Flachdachfläche über dem südlichen Teil des Einzelhandels.

Die Fläche wird als gemeinschaftlicher Garten genutzt und dabei in Teilen den anliegenden Wohnungen zugeordnet.

Durch die Geländemodellierung und die dichte Bepflanzung findet eine natürliche Zonierung der privaten und gemeinschaftlich genutzten Flächen statt.

Im Ergebnis ist ein attraktiver Treffpunkt entstanden, der ausreichend Rückzugsräume bietet und gleichzeitig das soziale Miteinander der Bewohnerinnen und Bewohner fördert. Als Lärm- und Sichtschutz in Richtung der südlich angrenzenden Bahngleise wurde eine beinahe gebäudehohe – und zu Wartungszwecken begehbare – Glaswand mit Rankhilfen integriert, die in den kommenden Jahren sukzessive begrünt wird. Die Berankung bildet einen grünen Vorhang zur Bahntrasse und spendet gleichzeitig Schatten.

Intensive Dachbegrünung mit Lärmschutzwand

Die Ausführung der Dachabdichtung erfolgte durch die FRITZtechnologie H Fritz GmbH aus Murr. In einem ersten Schritt brachten die Mitarbeitenden oberhalb der Stahlbetondecke zunächst einen Bitumenvoranstrich und eine Bitumen-Dampfsperrbahn auf. Direkt darüber wurde entsprechend des gewählten Warmdachaufbaus eine 14 Zentimeter dicke Wärmedämmung verlegt, bevor anschließend die zweilagige Bitumenabdichtung aufgebracht werden konnte: Als untere Lage verlegten die Mitarbeitenden eine kaltselbstklebende Polymerbitumenbahn , als obere Lage schafft eine wurzelfeste Polymerbitumenschweißbahn einen langfristig sicheren Schutz gegen Feuchtigkeit.

Nach Fertigstellung der Abdichtung konnte der Aufbau für die Regenwasserrückhaltung und die intensive Dachbegrünung ausgeführt werden. In einem ersten Schritt wurde ein Filtervlies aufgetragen, die direkt darüber verlegten Retentionselemente sorgen für einen Rückhalt von Niederschlagswasser auf der Dachfläche und ermöglichen so ein optimiertes Regenwassermanagement vor Ort. Oberhalb eines weiteren Filtervlieses konnten die Mitarbeitenden des beauftragten GaLa-Unternehmens anschließend die erforderliche Erde für die intensive Dachbegrünung aufbringen. Die Bepflanzung besteht aus einer Mischung von Gräsern und Stauden sowie Kletterpflanzen im Bereich der Schallschutzwand. Die intensive Dachbegrünung trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei, sie schafft einen willkommenen Lebensraum für Vögel und Insekten und sie erhöht die Lebensdauer des Daches, indem sie den Aufbau zusätzlich vor Sonneneinstrahlung, Hagel oder Frost schützt. Parallel dazu sorgt die Bepflanzung für eine verbesserte Wärmedämmung, indem sie während der sommerlichen Hitze für Kühlung sorgt.

Keyfacts

Architektur-Büro
ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart GbR
Teilnehmer
Bernd Waßmann
Art des Objekts
Gebäudekomplex
Fläche des Objekts
3100 m2
Baujahr
2023
Flachdach-Eigenschaften
Gründach, Dachterrasse, Retentionsdach
Dachabdichtung
Bitumen

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