Livingboxes – Funnix

Besonderheiten

Das ursprüngliche Gebäude des Teilnehmer-Objekts #28 aus den 50er Jahren
galt als ungeeignet für die weitere Nutzung.
Zum einen wegen energetischer Mängeln und des Weiteren wegen unzureichenden Raumgrößen
und Höhen sowie vorhandenen Bauschäden.
Also wurde ein Teil des Gebäudes erhalten und erweitert.
Nur so konnte allen Wünschen und Anforderungen entsprochen werden.
Das Gebäude gliedert sich in 3 Bereiche auf.
Der Hauptbaukörper (1 Bereich) welcher sich über EG und UG hinstreckt und durch eine schräge
Außenwand sich auch den engen Grundstücksgegebenheiten anpasst.
Zusätzlich passten sich die Gebäudeteile dem abfallenden Außengelände (Erdreich) an.
In dem Bereich wird eine schwarze James Hardi-Fassade erstellt. Das dunkle Material steht im
Kontrast zu den weißen Fenstern und Fensterlaibungen. Das Material und Hersteller wurde auch
gewählt um eben diesen Kontrast und das Erscheinungsbild dauerhaft gewährleisten zu können.
Auf dem Erdgeschoss entsteht im 2. Bereich anstelle eines üblichen Dachgeschosses (Satteldach mit
Dachschrägen) eine farbig akzentuierte Schlafbox der Eltern mit eigenem Bad. Die wird auch mit
James Hardi in Zartgrün ausgeführt. Durch die Farbauswahl dominiert der Baukörperteil nicht, behält
aber seine eigene Identität und optische Zuordnung / Abgrenzung zum Erdgeschoss.
Der 3. Bereich ist eine kleine Lesebox auf dem Untergeschoss mit Anschluss an den Dachgarten im
Erdgeschoss.
Hier soll eine Ruhezone entstehen mit einem unverbaubaren Blick über die Felder und den funnixer
Sonnenuntergang genießen zu können.
Die Fassade erhält einen farbigen Putz um einen Materialkontrast zu den anderen Fassaden zu
erzeugen. Die Farbe steht noch nicht zu 100% fest und wird erst durch Bemusterung am Objekt
endgültig festgelegt.
In der Verlängerung der Erdgeschossebene entsteht auf dem Untergeschoss eine großflächige
Dachterrasse und ein Dachgarten. Die Dachgartenbereiche erhalten Teilbepflanzungen und eine
Deckschicht aus Kies bzw. Natursteinbruchgestein.
Es ist klar und offensichtlich, dass die von uns gewählte Architektursprache nicht den üblichen
hiesigen und traditionellen Baustil entspricht.
Das Ortsbild prägt sich durch eben diese hiesigen ostfriesisch geprägten Gebäude.
Das ist auch gut so und hat seine Berechtigung.
Aber unter dem Motto, Neues schaffen und Altes bewahren stellt gerade der Kontrast von Alt und
Neu einen besonderen Reiz dar.
Das Gebäude steh auf einer Wurt- / Warft welche als Bodendenkmal behandelt wird.
Sozusagen wird auf und in einem Baudenkmal gebaut.
Bei solchen im Laufe der Jahrhunderte aufgeschütteten Erdhügeln sind immer Bodenfunde über
vorzeitliche Menschenansiedlungen zu vermuten.
Deshalb gab es eine zeitintensive Abstimmung mit dem Bauamt und der ostfriesischen Landschaft,
welche diese Baubereiche beurteilt und prüft.
So würden nach einer ersten Prospektion (Erkundungslöcher) Erdprofile aufgenommen.
Auf der Grundlage wurde dann beim Abtrag der Erdmassen im Beisein der ostfriesischen Landschaft
diese begutachtet und geprüft.
Die Prüfung ergab aber für den zu bebauenden Bereich keine Funde.
Um weitere Eingriffe in den Boden zu vermeiden, wurde das Gebäude in der Konstruktion von einem
Massivbau aus Kalksandstein und Betondecken in einen Holzrahmenbau gewechselt.
So konnte eine erhebliche Reduktion des Baukörpergewichtes und somit Lasten die in den
Untergrund einwirken erreicht werden.
Das Gebäude wird als Effizienzhausstandard 70 EE ausgeführt.
Erhält neben einer optimiert gedämmten Gebäudehülle auch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie
eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Um auch bei Bedarf bzw. Erfordernis eine barrierefreie Nutzung zu ermöglichen, wurde der Platz für
einen Senkrechtplattformlift vorgesehen. Die Deckenöffnungen werden vorerst geschlossen und
können bei Bedarf für den Lift geöffnet werden und dieser nachgerüstet.
So ist das Gebäude für eine alters- und behindertengerechten Nutzung vorbereitet.
Allgemein besteht gerade in bereits bebauten Orten ein großes Potential für Neubauten als
Lückenbebauungen oder Umbauten / Erweiterungen.
Hier besteht oft auch ohne Bebauungsplan die Möglichkeit moderne Gebäude zu erstellen, da diese
sich ohne Gestaltungsfestsetzungen örtlich nur mit der Baugröße etc. einfügen müssen.
Wikipedia
Geschichte
Als Funnix im 11. Jahrhundert gegründet wurde, war der Deichbau noch nicht die verbreitetste
Methode zum Hochwasserschutz an der Nordsee. Meist legte man die Ortschaften auf künstlich
aufgeschütteten Hügeln, den so genannten Warften an. Zusätzlich gab es bei Funnix aber auch einen
niedrigen Deich. Südlich von Funnix sind vermutliche Fundamentreste einer Burg aus dem
15. Jahrhundert, der Ihnkeburg, gefunden worden.
Erst um 1550 begann die systematische Eindeichung von Teilen der Harlebucht zur Landgewinnung,
1599 wurde der Sielort Funnixsiel nördlich von Funnix am neuentstandenen Deich gegründet.
Fortschreitende Landgewinnung führte zur Gründung von Neufunnixsiel 1658, anlässlich derer
Funnixsiel in Altfunnixsiel umbenannt wurde.
Die neuen Deiche im Harlingerland hielten aber nicht jedem Hochwasser stand. Die
schwerste Sturmflut in der Geschichte Ostfrieslands war die Weihnachtsflut vom 24. auf dem
25. Dezember 1717. Das Meerwasser richtete große Verwüstungen und Überflutungen in weiten
Teilen Ostfrieslands bis zum Geestrand an. Wittmund, Jever und Burhafe wurden geschont, aber im
Kirchspiel Funnix alleine zählte man 243 Todesopfer. Funnix gehörte damit zu den
schwerstgetroffenen Dörfern. Es dauerte Jahre, die alte Deichlinie wiederherzustellen.
Büro:
Unser Büro mit 2 Mitarbeitern
(Linda Thater – Energie und Ralph Thater - Architektur) befasst sich seit je her mit individuellen
Bauvorhaben.
Wir folgen der Leitlinie form folllows funktion
und erweitern dieses gerne zeitgemäß auf
form follows funktion and energy

Keyfacts

Architektur-Büro
Architekturbüro Ralph Thater
Teilnehmer
Ralph Thater
Art des Objekts
Einfamilienhaus
Fläche des Objekts
242 m2
Baujahr
2022
Flachdach-Eigenschaften
Dachterrasse, Solar-/Photovoltaikdach, Sonstiges
Dachabdichtung
Bitumendach

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