Der Ausgangspunkt des Projektes bildet ein Ensemble von vier Mehrfamilienhäusern – pragmatische Wiederaufbauten aus der Nachkriegszeit auf gründerzeitlichen Untergeschossen. Die Ecklage in der Blockrandbebauung ermöglicht einen bescheidenen städtebaulichen Akzent und bietet über die Hofseite das Potenzial einer gemeinsamen Erschließung der vier getrennten Bestandsgebäude.
Verbindung und Wohneinheiten
Über innenliegende Patios und Pavillonaufbauten verfügen 8 der neu entstehenden 10 Wohneinheiten über eine Verbindung zur privaten Dachterrasse mit extensiv begrünten Dachfeldern, berankten Aufbauten und exklusiver Aussicht. Vom 40 m² Studio bis zur 6-Zimmer-Wohnung mit 120 m² verfügen alle Einheiten über eine Aufzugerschließung, geschützte Freisitze und Oberlichter über innenliegenden Räumen. Rundgänge durch mehrere Räume und Freibereiche sorgen für ein großzügiges Raumgefühl.
Der abwechslungsreiche Wohnungsmix schafft attraktive Angebote für eine vielfältige Bewohnerstruktur. Damit verbindet das Projekt eine Aufwertung des Bestandes mit einer Verbesserung der Lebensqualität im Viertel und des örtlichen Mikroklimas im Sinne des Masterplans ‚Darmstadt 2030+’.
Typologische Herausforderung und Grundrissoptimierung
Eine besondere typologische Herausforderung liegt in der Realisierung qualitätsvoller, zeitgemäß durchgesteckter Wohngrundrisse über drei- bis vierspännigem, großteils einseitig orientiertem Bestand unter Berücksichtigung diverser dezentraler Kamin-, Installations- und Lüftungszüge.
Die ebenso ökonomische wie ökologische Bauweise als monolithisches Porenbeton-Mauerwerk verbindet ein angenehmes Raumklima durch ausreichende Speichermassen mit weitestmöglicher Reduktion zusätzlich gedämmter Flächen.
Die Bauweise im KFW55-Standard ermöglicht in Verbindung mit PV und Wärmepumpen auf den Gründächern eine weitestgehende Autarkie der Aufstockung.
Planung und Ausführung
Bewährte und langlebige Konstruktionen garantieren eine problemfreie Planung, Ausführung und Wartung. Dabei hat sich im Projekt die Mischung aus sorgfältiger Grundlagenermittlung (inkl. Laserscanaufmaß, Drohnenbefliegung), Planung unter Verwendung von Fertig- und Halbfertigteilen sowie flexibler Lösungsfindung vor Ort in Dialog mit Bauherren und Gewerken bei neuen Erkenntnissen, wie sie das Bauen im Bestand kennzeichnen, bestens bewährt.