Staatliche Realschule Kemnath

Besonderheiten

MEHR ALS SCHULE

LANDSCHAFTSGESTALTUNG EINES BILDUNGSCAMPUS ALS STÄDTISCHES TOR

Ein Bildungscampus als urbanes Tor: Das Projekt in Kemnath stellt eine komplexe und vielschichtige Aufgabe im Spannungsfeld von Städtebau, Landschaft und Architektur dar. Im Zentrum steht eine neue Realschule für 850 Schülerinnen und Schüler, die das Herzstück einer städtebaulichen Entwicklung für das künftige nordwestliche Stadttor bildet. Ergänzt wird sie durch Sportanlagen sowie die landschaftliche Einbindung des Flötzbachs. Der Entwurf untersucht die Rolle eines Bildungscampus, der entlang einer natürlichen grün-blauen Infrastruktur als städtisches Tor organisiert ist.

Ein topografisches Gebäude als ökologische Schnittstelle: Das Schulgebäude nutzt die Topografie, um die beiden Hauptvolumen – Schule und Sporthalle –, die von der Berndorfer Straße als zentraler Verkehrsachse aus sichtbar sind, über ein verbindendes Element, den Sockel, miteinander zu verknüpfen. Gemeinsam formen sie einen zum Flötzbach orientierten Schulhof, der sich zu einem zusammenhängenden Campusgarten für die Schule und die angrenzenden bestehenden Einrichtungen entwickeln soll. Von Südwesten kommend lässt das begehbare begrünte Dach des Verbindungsbaus Schule und Landschaft miteinander verschmelzen. Es dient als Treff- und Aussichtspunkt und verbindet über eine Wendeltreppe die Dachlandschaft mit dem teilweise überdachten Schulhof. Alle drei Gründächer kompensieren einen Teil der versiegelten Fläche und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Biodiversität bei. Bei der Bepflanzung wurde besonderes Augenmerk auf höhengestaffelte und im Blühkalender jahreszeitenübergreifende Gräser und Stauden gelegt, die Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten anlocken. Von den 8215 m2 Dachfläche sind 90 Prozent begrünt, 62 Prozent davon extensiv: Das Schuldach ist extensiv begrünt als Sedumteppich, das Sporthallendach als Bienenweide und der Verbindungsbau als leichte Intensivbegrünung. Eine PV-Anlage auf dem Dach der Schule hat eine Fläche von 430 m2 (Batteriespeicher 50 kWh). Die landschaftlich gestaltete Schule besitzt damit einen hohen ökologischen und sozialen Wert und eröffnet allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zur Natur. Der Entwurf orientiert sich an den Auen des Flusses und den bestehenden Lebensräumen. So ist die Schule mehr als ein Bildungsbau: Sie wird zu einem ökologischen Baustein, der der Landschaft Kontinuität verleiht. Von der Bayerischen Architektenkammer wurde die Realschule Kemnath mit dem Siegel „KlimaKulturKompetenz Energieeffizienz“ ausgezeichnet.

Eine zauberhafte Szenerie für die „Bewegten Schule“: Die Klassenräume des dreigeschossigen Schulgebäudes gruppieren sich um einen zentralen Kommunikationsraum – die Aula. Diese entspricht einem innovativen pädagogischen Konzept und dem angestrebten Raumverständnis des Unterrichts, dem der „Bewegten Schule“. Alle Gemeinschaftsbereiche sind so gestaltet, dass sie über die üblichen Schulstandards hinausgehen und zum Schauplatz lebendiger Inszenierungen werden, in denen die Schüler sich im 45‑Minuten-Takt von einer Unterrichtsstunde zur nächsten bewegen. Zugleich bleibt das Gebäude wirtschaftlich kompakt und ermöglicht kurze Wege sowie den gewünschten Austausch zwischen den Unterrichtseinheiten.

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Keyfacts

Architektur-Büro
Arge ALN | Architekturbüro Leinhäupl + Neuber GmbH + Gutiérrez-delaFuente Arquitectos
Teilnehmer
Emanuel Socher-Jukic
Art des Objekts
Staatliche Schule
Fläche des Objekts
49018,40 m2
Baujahr
2026
Flachdach-Eigenschaften
Gründach, Dachterrasse, Solar-/Photovoltaikdach
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