Neubau WWZ (Wasser- und Waldzentrum) in Schortens

Besonderheiten

Bau- und Projektbeschreibung:
WWZ – Schortens
Wasser- und Waldzentrum Schortens
Der Gebäudeentwurf wurde durch unser Architekturbüro Ralph Thater aus Funnix entsprechend der Vorstellungen der Vorbereitungsgruppe zu Nutzung, inhaltlichem Konzept und Bauort gestaltet.
Ziel war es, ein Gebäude zu entwerfen, das
- sich harmonisch an den vorhandenen Gebäudekomplex des RUZ Schortens anfügt- in völlig anderer Bauweise als das über 100-jährige alte Gebäude und dennoch als stimmige Ergänzung.
- sich in das Gelände des Klosterparks einfügt ohne dessen Charakter zu zerstören, das in Farb- und Materialwahl eine natürliche Anmutung zeigt, das luftig und nicht zugebaut wirkt. Die Natur im landschaftsgeschützten Park mit altem Baumbestand sollte nicht weichen, sondern eingebunden werden.
- entsprechend seiner inhaltlichen Ausrichtung von Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und sensiblem Umgang mit der Natur geprägt ist- natürliche Materialien, energieeffizient, lichtdurchlässig, ohne größere Eingriffe in den Boden und der umliegenden Natur.
- das als „sprechender Raum“ für seine Themen Wald und Wasser steht im Sinne von „der Raum als Pädagoge“.
Fazit: ein Gebäude, das von Bevölkerung, Nutzern und Betreiberpartnern rundum als Bereicherung des Ortes wahrgenommen wird und nicht als dessen Zerstörung.
Der vorliegende Entwurf entspricht diesen Vorstellungen in besonderer Weise:
Entworfen wurde ein aus massiven BBS-Holzelementen (Wände und Decke) und mit einem hohen Glasanteil gebauter Gebäudekomplex, der über dem Boden zu „schweben“ scheint. Die Bodenplatte (aus Fertigteilen Stahltrapezprofilen) schwebt dabei tatsächlich über der Geländeoberfläche an einer Stahlkonstruktion mit Stelen, die lediglich über Punktfundamente (Stahlschraubfundamente) im Boden befestigt sind. Auf Streifenfundamente aus Beton etc. wurde bewusst verzichtet, dadurch ergibt sich keine Versiegelungsfläche für den Untergrund. Die punktuelle Gründung des Gebäudes wird durch Bohrpfähle / Schraubfundamente somit als Pfahlgründung erfolgen. Der Boden wird im Vorfeld intensiv nach Wurzeln sondiert, sodass die notwendigen Punkteingriffe schonend und mit geringstmöglichem Eingriff ins Wurzelwerk erfolgen können. Der Gebäudekomplex inklusive der davor liegenden Parkplätze (befestigt, aber nicht versiegelt) wurde organisch in das Gelände eingeplant, sodass der gesamte alte Baumbestand erhalten bleiben kann, ein Baum wurde hierbei direkt in die Gestaltung einbezogen, d.h. eine Ruhezone hinter dem Gebäude umschließt diesen Baum.
Auf dem Flachdach ist eine extensive Dachbegrünung vorgesehen und eine PV-Anlage. Die Fensterflächen sind mit einer speziellen Folie beklebt, welche als wirksamer Vogelschutz (Vogelschlag) dient. Mit einer umfassenden Sonnenschutzlösung an der Außenfassade (evtl. PV-Module oder Begründung) kann der Innenraum wirkungsvoll gegen Hitze geschützt werden, das Gründach, die Verschattung durch hohe Bäume im Umfeld sowie gerillte Paneele vor den Fensterflächen wirken ebenso klimatisierend. Das Gebäude wird über eine Infrarotanlage mit Wärme versorgt. Der Strom wird zum Teil selber erzeugt oder über 100%igen Naturstrom genutzt.
Der neue Gebäudetrakt ist mit dem alten RUZ-Gebäude durch einen Wandelgang (Zwischendach) optisch verbunden, dieser dient ebenso als Regenschutz. Das Gebäude ist über eine Rampe barrierefrei zu betreten, der Innenbereich inklusive der Türen ist bewusst weiträumig angelegt, sodass Besuchende sich auch im Rollstuhl problemlos bewegen können. Selbstverständlich verfügt das Gebäude über einen Behinderten-Sanitärbereich und eine entsprechende Anzahl an Behinderten-Parkplätzen.
Der Innenbereich des Gebäudes nimmt den Themenbereich Wasser und Wald in Materialverwendung und Gestaltung organisch auf. Zum einen fühlen sich Besuchende durch die großen bodenweiten Fensteranteile „mittendrin“ im Gelände, zum anderen wird bis in die Sanitärflächen hinein das Thema bespielt, d.h. gestalterisch aufgenommen. Eine mit Exponaten und Informationselementen ausgestattete Dauerausstellung, die sich durch alle Räume zieht (Wände, Böden), rundet das Innenkonzept ab.
Das Gebäude könnte jederzeit vollständig zurückgebaut werden, alle Materialien sind dabei recyclingfähig.

Gebäudegrundfläche (Hauptbaukörper) 26,25 m x 7,50 m mit Laubengängen 28,25 m x 9,50 m
Nutzfläche 183 m²
Bruttorauminhalt Gebäude 765 m³, Laubengänge 351 m³, Gesamtvolumen 1 116 m³
Bruttogeschossfläche Gebäude 197 m², Verbindung 83 m², Laubengänge 89 m², Gesamt 286 m²

Durch die neue entstehende Parkplatz- und Zufahrtssituation wird auch die Zugänglichkeit erheblich verbessert. Es entsteht auch ein geschützter Fußbereich vor dem Gebäude (Vorplatz).
Durch die die neue Parkplatzsituation werden auch die mehrere hundert Jahren alten Linden geschützt und gesichert.

Das Gebäude erhält im Zentrum einen Erlebnisbereich mit einem Unisex Waschraum und angrenzenden Sanitärzellen (WC´s etc.) welche so ausgeführt werden, dass die Besucher schon denken sie stehen im Wasser und Waldbereich. Das wir z.B. durch einen in Wasseroptik ausgeführten Bodenbelag und Wandverkleidung etc. ermöglicht.

Die gute Akustik (Nachhallzeit) im Gebäude nimmt auch einen hohen Stellenwert ein und wird mittels Feldern aus Holzfaserzemetplatten gewährleistet.

Der Bereich Büro und Information lässt sich für andere Veranstaltungen durch eine große raumhohe Schiebtür leicht abtrennen.

Die Beleuchtung wird mittels moderner LED-Beleuchtung effizient ausgebildet.

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Keyfacts

Architektur-Büro
Architekturbüro Ralph Thater
Teilnehmer
Ralph Thater
Art des Objekts
Bildungsbau Wasser und Wald
Fläche des Objekts
180 m2
Baujahr
2025
Flachdach-Eigenschaften
Gründach, Solar-/Photovoltaikdach
Dachabdichtung
Bitumenbahnen
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