Deutzer Höfe energieautarkes Wohnen für Studierende
1. Ausgangssituation
Der Wohnraum für Studierende in Köln ist äußert knapp. Das Grundstück, auf dem wir das Projekt Deutzer Höfe“ realisiert haben, liegt in zentraler Lage zwischen der TH Köln und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und ist öffentlich sehr gut an die linksrheinischen Stadtteile angebunden. Mit der mäanderförmigen Geometrie ist es gelungen alle Wohnungen Richtung Ost, Süd und West auszurichten und zugleich einen Eingangshof und einen Wohnhof zu schaffen.
2. Dachnutzung
Es sind rund 2000m2 Flachdachfläche und 400m2 Tiefgaragendecke entstanden. Diese Flächen erfüllen hohe Anforderungen an die Wasserretention, die Energiegewinnung und die aktive Nutzung, durch Aufenthalts- und Spielflächen. Alle Flachdachflächen sind als intensive bzw. extensive Gründachflächen ausgebildet worden. Die Hauptdachfläche ist als kombiniertes Gründach (1800 qm) und Photovoltaikdach (850m2) entwickelt worden.
3. Herausforderung
Der Studierenden Wohnkomplex „Deutzer Höfe“ ist ein KfW Effizienz Haus 40+. Damit muss das Gebäude im Bereich der elektrischen Energie unabhängig von Energielieferanten sein. Um dieses Ziel zu erreichen haben wir eine 850m2 Dach Photovoltaik-Anlage realisiert und diese mit einem extensiven Gründach kombiniert. Auf dem Dach generieren wir 120kWp; das reichte nicht aus, um den angestrebten Gebäudestandard zu erreichen.
Zudem ist die Kanalkapazität im Umfeld des Gebäudes begrenzt. Seitens der Bauaufsicht mussten wir ein Dach mit einer hohen Retentionsfähigkeit realisieren. Mit der intensiven und extensiven Begrünung haben wir im Querschnitt ein Retentionsvolumen von ca.60l / m2 erzielt.
4. Lösung
Die Gebäudegeometrie erzeugt eine maximale Länge der Ost-, Süd- und West-Fassaden, was die natürliche Belichtung der Studierendenapartments begünstigt. Sie hat uns zusätzlich ermöglicht eine 450m2 große fassaden-integrierte Photovoltaik-Anlage zu realisieren, die 60kWp generiert. So erreichen wir das geforderte Ziel von 180kWp.
Die erzeugte elektrische Energie wird in 5 großen Akkumulatoren im Keller des Gebäudes gespeichert und kann direkt von den Bewohnern genutzt werden.
Nach 26 Monaten in der Nutzung ist das Gebäude im Bereich der elektrischen Energie autark. In 14 Wochen in der Sommerzeit hat das Gebäude signifikant mehr elektrische Energie generiert als die Nutzer verbraucht haben. Der Überschuss ist ins öffentliche Netz eingespeist worden.
Die intensive und extensive Begrünung des Innenhofes sorgt für ein angenehmes Mikroklima. Um Bäume auf der Tiefgaragendecke zu ermöglichen haben wir spezielle Pflanztröge entwickelt, die eine Substratschicht von bis zu 1000mm bieten.
Unserer Kenntnis nach ist es das erste Wohnungsbau für Studierende, der diese hohen energetischen Standards erfüllt. Die PV – Fassade und das Grün-Solardach sind zum Erkennungsmerkmal des Gebäudes geworden. So wurde das Gebäude beim deutschen Solarpreis mit einer Anerkennung ausgezeichnet.





