Akademie für Theater und Digitaltität

Besonderheiten

Die Akademie für Theater und Digitalität ist die neue sechste Sparte des Theater Dortmund. Als weltweit erste Institution ihrer Art leistet sie Pionierarbeit an der Schnittstelle von technologischer Entwicklung und kultureller Praxis.
Zum einen dient sie als Lehr- und Fortbildungszentrum für theatertechnische Berufe, zum anderen ist sie ein Forschungslabor, in dem die Potenziale von Technik und Digitalisierung künstlerisch erforscht und weiterentwickelt werden. Stipendiat*innen entwickeln mit technischer und künstlerischer Unterstützung Projekte zu unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Die Akademie arbeitet in einem breiten Netzwerk internationaler und lokaler Partnerinstitutionen; gemeinsam mit der Fachhochschule Dortmund wurde der interdisziplinäre Masterstudiengang „Theater and Digitality“ etabliert.
Ihr physisches Zuhause findet die Akademie im Dortmunder Hafen und ist dabei Teil der Transformation der ehemaligen Industriefläche zu einem zukunftsfähigen und lebendigen Stadtquartier. Entsprechend seiner vielfältigen und kontinuierlich wandelnden Nutzung bildet der Neubau in der südlichen Speicherstraße einen offenen Möglichkeitsraum und vermittelt so im Spannungsfeld zwischen Rückzug und Öffnung.

Analog zu den vorhandenen Typologien auf der Speicherstraße gliedert sich das Gebäude als L-förmiger Baukörper in den städtebaulichen Kontext ein. Zur rückwärtigen Bahntrasse nimmt es die bestehenden Baufluchten entlang der Grundstücksgrenze auf, zur Speicherstraße wird ein großzügiger Hof ausgebildet, der das Haus erschließt und verschiedene Nutzungsszenarien ermöglicht.
Eine dezente Abtreppung der Fassade und die Setzung geschossübergreifender Portale deuten die Staffelung der dahinter liegenden Labor- und Seminarsäle an.
Das Gebäude wird über ein zweigeschossiges Foyer betreten, dieses bildet den Angelpunkt der horizontalen und vertikalen Erschließung. Die innere Gliederung zwischen der rückseitigen Funktionsspange und den zum Hof orientierten Sälen ermöglicht eindeutige und kurze Wegeführungen. Die hohen zwei- bis dreigeschossigen Säle, die jeweils über ein eigenes doppeltes Tor zum Hof verfügen, lassen sich unabhängig erschließen und vermitteln durch Ihren Öffnungsgrad je nach Erfordernis zwischen Innen- und Außenraum. Auf den oberen Ebenen befinden sich weitere intimere Arbeitsräume und Laborflächen. Der krönende Dachwald schafft wertvollen Lebensraum für Vögel und Insekten innerhalb des hochverdichteten Stadtraums. Die rund 30 Bäume, die sich über zwei Wildblumenwiesen auf der Dachfläche verteilen, sind bereits heute weithin sichtbar. In den kommenden Jahrzehnten kann der Wald eine Höhe von bis zu 15 m erreichen und wird neben den Speichern und Kränen Teil der neuen Silhouette des Hafens.

Das Gebäudekonzept verfolgt einen stringenten Low-Tech-Ansatz. Tragende Wände und Decken sind massiv ausgeführt, innenseitig nur mit einem egalisierenden Anstrich versehen. Die bauliche Masse erfüllt die hohen schalldämmtechnischen Anforderungen der Labore und trägt durch ihre thermische Speicherkapazität zu einem nachhaltigen energetischen Konzept bei. Im Inneren unterstreichen robuste, einfache Bekleidungen aus Holz den Werkstattcharakter des Gebäudes. Die äußere Bekleidung in Klinkermauerwerk bildet eine ortstypische, langlebige und wartungsarme Fassadenlösung.
Das Dach ist im Sinne einer maximalen Retention als Kompaktdach ausgebildet. Anfallendes Regenwasser wird vollständig in den Substrat- und Retentionsebenen gespeichert, speist die Bäume und schützt durch den natürlichen Effekt der Verdunstungskühlung das Haus in heißen Sommermonaten.

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Keyfacts

Architektur-Büro
Architektur.dlx Franssen Korthaus Stratmann Architekten BDA Part mbB
Teilnehmer
Sebastian Franssen
Art des Objekts
Forschungs- & Fortbildungsinstitut
Fläche des Objekts
900 m2
Baujahr
2023
Flachdach-Eigenschaften
Gründach, Urban Gardening, Retentionsdach
Dachabdichtung
Bitumenbahnabdichtung
Bildergalerie

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