Quartiersgebäude HenA Hechinger Eck, Tübingen

Besonderheiten

Folgende Zitate aus den Jurys des deutschen Bauherrenpreis 2026 und des Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft 2026 beschreiben unser Projekt HenA:

„Das Projekt ist ein Lehrstück dafür, wie generationsübergreifendes Zusammenleben gelingen kann. Das im Sommer 2024 fertiggestellte Quartiersgebäude entstand in Kooperation der GWG Tübingen mit der Stadt Tübingen und der Altenhilfe Tübingen….“ (Gewinner DW-Zukunftspreis 2026)(Nominierung deutscher Bauherrenpreis 2026)

„Das „HenA“ markiert als Kopfbau den Auftakt des neuen Quartiers „Hechinger Eck Nord“ in der Tübinger Südstadt. Ein kompakter, klar gegliederter Baukörper setzt ein deutliches Zeichen für einen zeitgemäßen Holz-Hybridbau im städtischen Kontext. Er bündelt im Erdgeschoss Schule, Aufenthalts- und Bewegungsflächen sowie gewerbliche Nutzungen, darüber die ruhigeren Bereiche von Pflegeheim und geförderten Wohnungen. Vertikal strukturierte Metallfassaden und präzise gesetzte Öffnungen übersetzen die innere Ordnung nach außen und verleihen dem großen Volumen Maßstab, Tiefe und eine eigenständige Identität.

Die Integration einer Schule als Ankernutzer leistet einen wesentlichen Beitrag zur Belebung des Umfelds. Trotz des komplexen Nutzungsmixes und der hohen baulichen Qualität demonstriert das Vorhaben tragfähige Kosten, die im Ergebnis auch für die Bewohner leistbar sind. Alle 29 Wohnungen sind gefördert. Damit wird ein wichtiges Signal für bezahlbares Bauen in der Universitätsstadt gesetzt. Energetisch überzeugt das Gebäude durch eine effiziente Hülle im KfW-40-Standard, die Nutzung von Fernwärme und Photovoltaik und geringe CO2-Emissionen.
Das Objekt stellt insgesamt einen besonderen Stadtbaustein dar, der maßgeblich auf die enge Kooperation zwischen der Stadt Tübingen und der Wohnungswirtschaft zurückzuführen ist. Diese Zusammenarbeit ermöglichte ein multifunktionales Konzept mit Vorbildfunktion.“(Nominierung deutscher Bauherrenpreis 2026)

Konstruktion und Holzbau
Die Holz- und Holzhybridbauweise bildet dabei das zentrale Element des Gesamtkonzepts. Trotz hoher Anforderungen aus Nutzung, Brandschutz und Erdbebensicherheit wurde der Holzanteil konsequent maximiert. Die Aussteifung erfolgt sowohl über Stahlbetonkerne als auch über Brettsperrholzwände, wodurch der Betonanteil auf ein Minimum reduziert werden konnte.

Die Wohngeschosse sind nahezu vollständig in reiner Holzbauweise realisiert. Insgesamt beträgt der Holzanteil der Obergeschosse rund 60 %. Verwendet wurden regional bezogene, PEFC-zertifizierte Holzprodukte, die nachhaltige Forstwirtschaft und regionale Wertschöpfung fördern. Sichtbare Holzoberflächen machen die Konstruktion erlebbar und unterstreichen den nachhaltigen Charakter des Gebäudes.

Dachflächen und Nachhaltigskeitskonzept
Die Dachflächen sind Teil des ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts des Quartiersgebäudes. Neben der energieeffizienten Bauweise nach KfW-40-Standard, der Nutzung von Fernwärme sowie dem hohen Holzanteil tragen auch die Dachflächen zur ökologischen und sozialen Qualität des Gebäudes bei.

Als „Herzstück“ des Pflegeheims werden die beiden begrünten Terrassen im 1.OG bezeichnet. Hier haben die Bewohnerinnen und Bewohner zusätzliche Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Weitere Dachflächen wurden extensiv begrünt. Die obersten Flachdächer wurden nahezu vollflächig mit einer Photovoltaikanlage belegt. Die Dachabdichtung wurde als Retentionsdach (Abflussbeiwert C=0,24) mit integrierten Wasserrückhalte- und Drosselelementen ausgeführt, um Niederschlagswasser temporär zu speichern und gedrosselt in die öffentliche Kanalisation einzuleiten. Dadurch werden die lokale Biodiversität gefördert, das Mikroklima verbessert und regenerative Energie direkt am Gebäude erzeugt.

Die Dachgestaltung ergänzt somit das übergeordnete Ziel des Projekts: die Schaffung eines nachhaltigen, ressourcenschonenden und lebenswerten Quartiers, das unterschiedliche Nutzungen unter einem Dach vereint und langfristig einen Mehrwert für seine Nutzerinnen und Nutzer schafft.

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Keyfacts

Architektur-Büro
Schwille+ Architektenpartnerschaft mbB . BDA
Teilnehmer
Andreas Ertel
Art des Objekts
Quartiersgebäude mit verschiedenen Nutzungen: Schulerweiterung, Gewerbe, Pflegeheim und Wohnungen
Fläche des Objekts
12108 m2
Baujahr
2024
Flachdach-Eigenschaften
Gründach, Dachterrasse, Retentionsdach, Solar-/Photovoltaikdach
Dachabdichtung
BauderTec KSA Duo 35 (kaltselbstklebend) und Bauder Smaragd
Bildergalerie

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