Pädagogisches Konzept und Lernraum:
Die Prinzipien des Churer Modells, welches als Lernmodell der neuen Schule zur Anwendung kommt, werden auch in den Außenraum übertragen. Der Dachschulhof verbindet individuelles und gemeinsames Lernen mit Bewegung, Spiel und Aufenthalt. Ein Outdoor-Klassenzimmer und unterschiedliche Aufenthaltsbereiche erweitern das schulische Lernen in den Freiraum.
Sicherheit und geschützter Schulraum:
Die Lage des Schulhofs auf dem Dach schafft einen klar abgegrenzten und geschützten Pausenraum. Die umlaufende Absturzsicherung, die auf der Nord- und Südseite mit Rankpflanzen begrünt wird, gewährleistet die notwendige Sicherheit und die erhöhte Lage schützt zugleich vor unbefugtem Zutritt und Vandalismus.
Nutzung des knappen innerstädtischen Raums:
Mit der Nutzung des Sporthallendachs als Pausenhoffläche mit Zugang über die umlaufenden Balkone des Schulgebäudes wurde auf die begrenzte bebaubare Fläche im Stadtviertel reagiert.
Erschließung und räumliche Verbindung:
Zwei breitflächige Brückenkonstruktionen aus dem ersten Obergeschoss des Schulgebäudes bilden einen besonderen und barrierefreien Zugang zum Dachschulhof und binden den außenliegenden Lern- und Bewegungsraum in die innenliegenden Räume als selbstverständliche Wegeabläufe ein. Ein integriertes Bodenleitsystem erschließt die ruhigen und aktiven Freiraumbereiche auf dem Gelände.
Spiel, Bewegung und Aufenthalt:
Eine Kombination aus ruhigen Rückzugsbereichen und aktiven Spielangeboten ermöglicht unterschiedliche Formen der Nutzung. Sitzgelegenheiten schaffen Aufenthaltsbereiche für kleinere Gruppen im Außenunterricht, während Hüpfplatten und eine Kletterpyramide mit Seilgarten Bewegung und freies Spiel fördern. Freie Plattenflächen mit Markierungslinien ermöglichen eine kreative Eigennutzung.
Landschaftlicher und örtlicher Bezug:
Die Gestaltung nimmt Bezug auf die Nähe zu den Kieler Förden und die Landschaft der Ostseeküste. Die Rosmarin-Weide greift mit ihrer Bewegung im Wind ein charakteristisches Element der Küstenlandschaft auf. Die jahreszeitliche Veränderung der einrahmenden Fassadenbegrünung, macht den Wechsel der Jahreszeiten im Freiraum erlebbar.
Naturerlebnis und Beteiligung:
Zwei großflächig angelegte Schulgärten verbinden Begrünung mit praktischen Erfahrungen. Aussaat, Pflege und Ernte ermöglichen den Schülerinnen und Schülern, den jahreszeitlichen Wandel und natürliche Prozesse unmittelbar zu erleben und den Freiraum mitzugestalten.
Konstruktive und technische Anforderungen:
Die geringe zur Verfügung stehende Aufbauhöhe für die Freianlagen auf der Dachfläche stellte besondere Anforderungen an die Konstruktion des Außenraums. Dies betrifft insbesondere die statische Verankerung der über vier Meter hohen Seilnetz- und Kletterkonstruktionen über miteinander verbundenen Lastverteilerplatten sowie die Integration der erforderlichen Fallschutz- und Sicherheitsbereiche.




